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Debussy im Netz

Mirjana Rajic hat die sechs „Images“ von Claude Debussy eingespielt – und im Internet veröffentlicht. Wer sich in die neuen Medienformen einklickt, findet nicht nur eine Foto der serbischen Pianistin, die neben umfangreicher Konzerttätigkeit seit 2008 an der Dresdner Musikhochschule lehrt, sondern auch ihre brillante Einspielung eines der Schlüsselwerke des französischen Komponisten Claude Debussy (1862-1918).
Die „Images pour piano“ – Heft 1 entstand 1905, Heft 2 1907 – sind, nach Auskunft des Komponisten „nach neuen Entwürfen und den jüngsten Entdeckungen der harmonischen Chemie entsprechend“ komponiert worden. Das bedeutet nichts weniger als dass Debussy auf der Suche nach neuen Klängen in harmonische Bereiche vorstößt, die erst Jahre später, z.B. bei Stravinskys „Sacre du Printemps“ (1913) zum Tragen kommen.
Was landläufig unter „Impressionismus“, als verschwommenes Klanggewusel mit viel Pedal wahrgenommen und verachtet wird, ist bei Debussy ein höchst ausgefeilter musikalischer Organismus, der alle Parameter wie stupende Technik, sensible Pedaltechnik, Rubatospiel, Tempowechsel auf kleinstem Raum, minutiöse Artikulationsbezeichnungen, differenzierte Lautstärke einzelner Töne innerhalb eines Akkordes!, Ganztonleitern, Dissonanzballungen, pentatonische Tonfolgen und vieles andere mehr umfasst. Das alles muss der Interpret bewältigen, und es gibt keine Kompromisse. Denn jede Unschärfe wird bestraft: da leidet die Struktur, und man verliert den Zusammenhang, der den komplizierten Stücken ihre Unverwechselbarkeit verleiht. All dem stellt sich Mirjana Rajic.
Ob es die „Reflets dans l’eau“, also die Lichtreflexe auf dem Wasser sind (hier ist der Bezug zum malerischen Impressionismus von Monet und anderen unüberhörbar), ob es die herbstlichen Glockenklänge sind, die durch das Laub tönen, oder die „Poissons d’or“, die Goldfische auf einem japanischen Lackschirm im Arbeitszimmer des Komponisten – alle diese musikalischen „Bilder“ sind von Mirjana Rajic in der jeweiligen kompositorischen Faktur klangvoll umgesetzt. Charakteristisch für Debussys komplexe musikalische Gestalten sind die musikalischen Schichten, die z.T. in drei Systemen notiert, von der Pianistin einen raschen Wechsel über die Klaviertastatur erfordern und das Instrument etwa wie ein Orchester klingen lassen. (Debussy hat das 3. Heft der „Images“ dann für Orchester konzipiert.)
Es ist erfreulich, dass Mirjana Rajic diese höchst anspruchsvollen Klavierwerke einem Medium anvertraut, das klassische Musik nicht gerade zu Hauf anbietet. Dass sie den Sprung in dieses Medium wagt, beweist ihren Sinn für zeitgemäße Kommunikation in der Hoffnung, dass dadurch Nutzer gewonnen werden können, die vielleicht selbst nicht daran dachten, einen solchen Fund im Internet zu machen.

 

Reiner Zimmermann,
Neue Aufnahmen,
21. April 2015


Poetin der Tasten
Mirjana Rajić in der Alten Aula

"...Unzweifelhaft ist die bei Lazar Berman ausgebildete und bei vielen Wettbewerben erfolgreiche Pianistin eine große Poetin am Klavier, deren Spiel verfeinerten Geschmack und ausgesuchtes Stilempfinden besitzt. Eine fein gestaltende Künstlerin, die Sinn für die Seele der Musik besitzt und dementsprechend großen Empfindungsreichtum eröffnete.
In den Eingangs musizierten "Drei Klavierstücken" D 946 von Schubert wurde dies exemplarisch deutlich: Erlesen abgetönte Lyrik, tiefsinniges Hineinhorchen in die Innigkeit dieser Klänge, eine intime Gesanglichkeit, die im warmen Klang ihres Spiels beglückte. Himmlische Klänge eröffnete sie dabei, ließ die wundersamen Melodien nie ins Sentimentale entgleiten. Sie gab Ihnen große Seele auch im bewegten Tempo.
Beethovens "Les adieux"-Sonate ließ sie folgen, versenkte sich in die Versonnenheit der langsamen Einleitung, um dann großen Schwung aufzubauen im Allegro-Hauptsatz. Feinsinnige Gestaltung und innigste Empfindung bildeten dabei die schönste Einheit. Mirjana Rajic hat bei all ihrem Sinn fürs Verfeinerte eine excellente, filigrane Technik, die sie in den Dienst der poetischen Aussage stellt. Der überschwengliche Jubel, mit dem sie das "Wiedersehen" im Finale beleuchtete, mochte dies hinreißend exemplifizieren..."

 

Rainer Köhl,
RNZ,
07. September 2013


Wellness für Ohren und Herz
Cellistin Maria Well und Pianistin Mirjana Rajić überzeugen im Gräfelfinger Bürgerhaus

Gräfelfing - Maria Well und Mirjana Rajic haben bei ihrem ersten Auftritt als Duo das Publikum im Gräfelfinger Bürgerhaus verzaubert...
Als dann die jungen Künstlerinnen die Bühne betraten, fesselten sie ihr erwartungsvolles und beinahe saalfüllendes Publikum im Nu: Robert Schumanns Adagio und Allegro op. 70 perlte zuerst lyrisch-intensiv, dann leidenschaftlich-impulsiv durch den Raum. Das Duo - kaum zu glauben, dass es sich für diesen Abend zum ersten Mal zusammengefunden hatte, ergänzte sich flexibel und sensibel sowohl in den innigen liedhaften wie in den explosiven vitalen Passagen. Hoch konzentriert zelebrierte die Pianistin Mirjana Rajic sodann die „Images" von Claude Debussy. Hingebungsvoll drückte sie auch in subtiler Körpersprache von Mimik und Gestik die musikalischen Szenen verschmitzt und schalkhaft oder versonnen und tiefgründig aus. Rajic ließ die wuchtigen Klangstrukturen oder zarten impressionistischen Pinselstriche aus der Stille heraus erstehen, als wären sie gerade erst erfunden und soeben taufrisch zu Papier gebracht worden…
Nach der Pause setzten die beiden Musikerinnen ihren leidenschaftlichen Dialog mit Cesar Franks A-Dur-Sonate fort. Beachtenswert gelang ihnen der weiträumige Aufbau der Gipfelmassive wie der spannungsgeladene Kontrast zwischen träumerischer Romanze und überschäumender Lebensfreude. Die Künstlerinnen entließen ihr hingerissenes Publikum mit Tschaikowskis „Valse sentimentale" als Zugabe.
Bleibt zu hoffen, dass das frisch gebackene Duo noch oft zu erleben sein wird.

 

Thomas Schaffert,
Münchner Mercur,
21. Februar 2012


Tragische Musik gibt Pianistin Halt
Mirjana Rajić lässt im Altensteiger Bürgerhaus ihre musikalische Vielseitigkeit aufblühen / Geprägt vom Bürgerkrieg

 

Schwarzwaelder Bote,
01. Februar 2012


Pianistin Mirjana Rajić verzaubert ihr Publikum

Gräfelfing - Mit einem Feuerwerk der Harmonien begeisterte Pianistin Mirjana Rajić im Gräfelfinger Bürgerhaus ihr Publikum. Der Klavierabend mit der in Belgrad geborene Musikerin fand im Rahmen der Reihe „Gräfelfinger Konzerte" statt.
„Musik machen ist für mich kein Beruf, sagte Rajić. „Es ist mein Leben, es macht mich einfach glücklich." Und das hörten die Besucher des Klavierabends. Das erste Stück des Abends waren sechs Bagatellen von Ludwig van Beethoven. Die kleinen Charakterstücke spielte die Pianistin mit viel Hingabe und Gefühl.(...)
Mit nicht weniger Leidenschaft begann Mirjana Rajić auch das zweite Stück des Abends, Franz Liszts „Venezia e Napoli". In der Tarantella erlebte das Publikum ein virtuoses Tastenspiel. Beeindruckend ist auch der musikalische Werdegang der Pianistin. Ihre erste Ausbildung absolvierte sie an der Musikakademie in Belgrad. Nach ihrem Studium in München folgten Aufbaustudien an der Franz Liszt Hochschule für Musik in Weimar und an der Academia Pianistica im italienischen Imola. So vielseitig wie ihre Ausbildung, war auch ihre musikalische Vorstellung. Nach einer kurzen Pause folgte der letzte, nicht weiniger imposante Teil des Konzertabends.
Mit der Sonate Nr. 8 in B-Dur von Sergej Sergejewitsch Prokofjew verzauberte die Pianistin den Saal. Das Stück erklang in einem Zusammenspiel von gewagter Harmonik und ungewohnter Kombination der Akkorde. Die junge Musikerin zelebrierte auch dieses Stück mit größter Hingabe und zauberte vollkommene, musikalische Augenblicke. Rajić kam durch ihre Mutter zur Musik. Als sie zum ersten Mal hörte, wie ihre Mutter auf dem Klavier spielte, war ihre Leidenschaft für die Musik geboren. Und diese Leidenschaft hörten die Besucher bei jedem Ton.

 

Von Julia Zetz,
Münchner Mercur,
20. Dezember 2011


Starke Sanftspielerin
http://www.musik-in-dresden.de/2011/12/03/starke-sanftspielerin

 

 

Michael Ernst,
Rezensionen,
03. Dezember 2011


Klang der Schönheit
Mirjana Rajić überraschte mit einem Raritäten-Konzert

Soloabende sind meist programmatisch. Oder pragmatisch. Oft sind sie beides, sollen eine Idee klanglich verkörpern und deren Verkauf reichlich fördern. Beim 4. Alumnikonzert der Hochschule für Musik, das die Pianistin Mirjana Rajić am Donnerstag im Konzertsaal der Einrichtung gab, war sicherlich beides im Spiel. Und dazu noch eine ganze Portion Liebe. Sonst wäre wohl kaum eine solche Stückfolge zustande gekommen: Beethovens Bagatellen, Liszts Italien-Reise „Venezia e Napoli" und Prokofjews 8. Klaviersonate.
Diese drei Werke sollten nicht nur an diesem unvergesslichen Soloabend erklingen, sondern auch auf CD erscheinen. Leider hat eine technisch bedingte Verzögerung bewirkt, dass diese Scheibe nicht mehr als Weihnachtsgeschenk dienen kann, sondern erst zu Jahresbeginn 2012 vorliegen wird. Nach dem Konzert jedoch dürfte klar sein, dass sich das Warten darauf ganz gewiss lohnt. Denn damit wird nicht das x. Projektalbum auf den übersättigten Markt geworden, kommt weder Fertiggericht noch Beliebigkeit ins Regal. Nein, hier ist ein Liebes-Spiel aufgenommen worden. Wer die aus Belgrad stammende Mirjana Rajić im Dresdner Konzertsaal erlebte, der dürfte die Ernsthaftigkeit dieser Pianistin deutlich gespürt haben.
Mit den Sechs Bagatellen op. 126 von Ludwig van Beethoven zu eröffnen, das hängt die Latte schon einmal recht hoch. Denn in diesen Stücken, die ihrer Bezeichnung geradezu Hohn sprechen, darf an den Tasten alles an Stimmgewalt aufgefahren werden, was in den zehn - in diesem Fall zierlich schönen - Fingern steckt. Virtuosentum muss da mit Zurückhaltung gepaart werden, Raffinesse darf nie in Effekthascherei ausarten, Esprit ist in sensiblen Dosen gefordert. All das leistet die nunmehr in Dresden lehrende Absolventin der Hochschule nonchalant.
„Venezia e Napoli", die italienischen Erinnerungen von Franz Liszt an seine Pilgerjahre, die als „Annees des pelerinage" weltbekannt und selbst von Tastenvirtuosen gefürchtet wurden, bilden ein leise gekonntes Fingerperlen an die Lagunenstadt Venedig ab, wie wir sie heute gar nicht mehr kennen. Die moribund schwarze Schönheit als Klangstätte von Wellenspiel im Wechsel zum abgründig hitzigen Süden, wo gefühlige Liedhaftigkeit mit einer halsbrecherischen Tarantella gepaart ist, die verlangt nach wissender Vortragskunst. Mirjana Rajić, die in Dresden bei Winfried Apel studierte und zuvor von Lazar Berman in Weimar unterwiesen worden ist, hat genau diese Balance aus virtuosem Zauber und emotionaler Klugheit getroffen. Scheinbar unangestrengt durchwandert sie die sprudelnden Läufe, tastet sich melodiebetont über Akkorde hinweg und hat doch vor allem das Gesamtwerk im Sinn. Ihr Eins-Werden mit dem Instrument ist ganz offensichtlich ein Eins-Sein mit der Musik.
So auch in der Sonate Nr. 8 op. 84 B-Dur von Sergej Prokofjew. Als gäbe es keinerlei Eskapaden darin, sprengt diese Künstlerin technische Grenzen weg und durchlotet das so eigensinnig fulminante Werk mit Akkuratesse. Dessen ausuferndes Finale verbietet eigentlich jedwede Zugabe. Das völlig zu Recht begeisterte Publikum fordert sie sich trotzdem ein und hört einen Balkantanz von Rajićs hierzulande kaum bekanntem Landsmann Marko Tajcević.
Wie gern hätte man nach diesem Abend die CD nach Hause getragen! Alle Begeisterung sollte sich jedoch in Geduld üben und darf gegen Januar mit dem Soloalbum von Mirjana Rajic rechnen. Bestellungen werden schon jetzt unter www.hfmdd.de sowie unter www.mirjanarajic.de entgegengenommen.

 

Michael Ernst,
DNN,
3./4. Dezember 2011


Spielfreude
Mirjana Rajić und Marc Danel musizierten im Augustinum

Danach brach der Frühling aus mit Beethovens bekannter F-Dur-Sonate: Obwohl oft gehört, überzeugte das perfekt zusammenspielende Duo von Geiger Danel und Mirjana Rajić am Flügel mit Brillanz und Frische.
Nach der Pause erklang die 4. Violinsonate des viel zu wenig bekannten Polen Mieczyslaw Weinberg (1919-1996). Der erste Satz (Adagio) begann mit einer langen und düsteren, dem Klavier vorbehaltenen Einleitung, die in ein packendes Duo-Spiel mündete. Ein da-z wischengeschobenes Allegro verlieh dem Stück weitere Dramatik, das im abschließenden „Adagio primo“ endete. Hier gelang es den Künstlern, die enorme emotionale Tiefe dieses Werks auszuleuchten; das tragische Schicksal des Komponisten (er verlor im Holocaust seine gesamte Familie) wurde spürbar.
Das Konzertfinale blieb der Pianistin vorbehalten: Sie holte mit Liszts drei Klavierstücken „Venezia e Napoli“ den Frühling zurück. Mirjana Rajić spielte mit technischer Perfektion und erfrischender Spielfreude, wobei ihr die schwärmerischen Partien (Gondoliera) ebenso wie die tiefsinnige Canzone und die rasant-brillante Tarantella hinreißend gelangen.
Als Zugaben hörte man das kaum aufgeführte Fragment einer Violinsonate von Schostakowitsch und die „Melodie“ von Tschaikowski.

 

Dieter Brenzke,
Rhein-Neckar-Zeitung,
4. Juli 2011


Schostakowitschs Unvollendete Violinsonate
http://www.schostakowitsch.de/Seiten/News/News7_Unvollendete_Sonate.htm

Am 29.06.2011 haben Marc Danel, Violine, und Mirjana Rajic, Klavier, in Deutschland fürs erste Mal aber inoffiziell die Unvollendete Sonate für Violine und Klavier (1945) von Schostakowitsch aufgeführt.
Das Konzert fand im Rahmen des Musiksommers im Stiftstheater des Heidelberger Augustinums in Kooperation mit der Gesellschaft der Musik- und Kunstfreunde Heidelberg e.V. unter dem Motto "Musikalische Zeitreise von 1775 bis 1960" statt.
Auf dem Programm standen:
- J. S. Bach, Sonate in g-Moll für Violine solo
- L. van Beethoven, "Frühlingssonate" in F-Dur op. 24 für Klavier und Violine
- M. Weinberg, Sonate Nr. 4 für Violine und Klavier
- F. Liszt, Venezia und Napoli, aus Années de Pélerinage 2. Jahr
Als Zugaben spielten Rajic und Danel:
- Schostakowitsch, Unvollendete Sonate für Violine und Klavier
- Tschaikowsky, Melodie, Fassung für Violine und Klavier.
Das Publikum hat die zwei wunderbaren Musiker frenetisch applaudiert und die Unvollendete Sonate mit Begeisterung entdeckt.
(...)

 

Übersetzung A.Salmon
29. Juni 2011


Virtuos, temperamentvoll, leidenschaftlich
Musikalisches Delikatessen-Büffet

Für Begeisterung sorgten die in Dresden lebenden Mirjana Rajic (Klavier) und Stanko Masic (Violine) bei ihrem Auftritt auf Einladung des Kulturkreises Wienhausen im Sommerrefektorium des Klosters. Bach, Beethoven, Liszt und Wieniawski lieferten die Zutaten für ein musikalisches Delikatessen-Büffet, von dem sie sich mal solistisch, mal im Duett lustvoll bedienten.
WIENHAUSEN(...)Schwelgerisch und mit klarem Bekenntnis zur Empfindung leuchtete das Duo danach auch Beethovens poesietrunkene Frühlingssonate aus. Feurig und glutvoll ging Madic den ersten Satz an, von Rajic ebenso leidenschaftlich begleitet. Leise, aber intensiv blühten die Töne auf, eingehüllt in warme Klangfülle und unendliche Ruhe ausstrahlend. Berauschend schön das Rondo-Finale, als aus den Flügel-Fluten immer wieder Madics wunderbar feiner Violinton auftauchte.
Als Tastenakrobatin erwies sich Rajic bei Liszts Triptychon „Venezia e Napoli“. Angefangen bei der „Gondoliera“ mit dem verzaubernden Barkarolen-Zitat über die Dramatik der „Cancone“ bis zur virtuosen „Tarantella“ führte sie dem faszinierten Publikum die ganze Palette ihrer eindrucksvollen Finessen vor. Da rasten die Triller durch die Oktaven, die Bässe donnerten wild, mit ungebremstem Temperament gestaltete die Pianistin Liszts italienische Klanggemälde zu farbigen Hörbildern aus – fingertechnisch so präzise und rhythmisch sicher, dass sie sich interpretatorische Freiheiten mit einem Lächeln erlauben konnte. Den Abschluss des Konzertes bildeten Wieniawskis virtuos-romantische „Variationen eines Themas für Geige und Klavier in A-Dur“. Da wies Rajic alle Tugenden einer versierten Kammermusik-Pianistin auf: Sensibles Gespür für Momente der Zurückhaltung und dezenten Pedalgebrauch, so dass die von Madic technisch brillant gespielte Violine nie zugedeckt wurde und so optimal ihre Stimmungsbilder entfalten konnte.

 

Cellesche Zeitung,
Rolf-Dieter Diehl,
19. April 2011


Beethovens Bagatellen hatten ihren großen Auftritt
Pianistin Mirjana Rajic begeisterte beim Plöner Schlosskonzert das Publikum

Mit den Sechs Bagatellen für Klavier op.126 von Ludwig van Beethoven begann sie ihr zuweilen kraftvolles, zuweilen plakatives Spiel. Technisch versiert und überaus professionell zeigte sie, dass es sich beim letzten Klavierwerk des Meisters keineswegs lediglich um unbedeutende Kleinigkeiten handelt, sondern um ein musikalisches Kleinod, dem sie mit prägnantem Anschlag kontrastreich Substanz verlieh (...)
Nach der Pause erklang Frederic Chopins berühmte Fantasie Impromtu cis-moll op.posth. 66, die gerade wegen der Mischung aus einem vorwärtsstürmendem, virtuosem Impuls heraus sowie der überschäumenden, typisch chopinschen Poesie hohe Berühmtheit erlangte. Rajic brachte das frühe Werk des 24-Jährigen gradlinig schlank mit viel Schwung, ohne allzu viel sentimental wirkendem Pathos zu Gehör. Das letzte Werk auf dem Programm gestaltete die Pianistein heißblütig italienisch: Die drei 1859 komponierten Stücke mit dem verheißungsvollen Titel "Venezia e Napoli" aus der großen Sammlung Annees des pelerinage (Pilgerschaftsjahre), welche Goethes Romanzyklus Wilhelm Meisters Lehrjahre nachempfunden wurde, erklangen dynamisch austariert, zeitweise mit grollendem Donnerhall, aber stets mit viel technischem Feingefühl. Mirjana Rajic bezauberte mit bestechend scharfen Anschlag und virtuosem Elan, insbesondere in der feurigen Tarantella, ihre begeisterte Zuhörer, die als Dank noch drei Zugaben erhielten.

 

Werner Bodendorff,
Ostholsteiner Zeitung,
27. Oktober 2010


Rauschende Klangkaskaden

(…)dem Publikum wird vor allem das Klavierkonzert c-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart mit Solistin Mirjana Rajić im Gedächtnis bleiben. Hochdramatisch und intensiv kamen Orchester und Pianistin im ersten Satz daher, sich gegenseitig ergänzend als kongeniale musikalische Partner. Imposant präsentierte Rajic die klangvoll rauschenden Tonkaskaden in der Kadenz – sie steht nicht zu Unrecht auf der Weltbestenliste.
Der zweite Satz zeigte, auf welch hohem Niveau (…) Musiker mit Liebe und Leidenschaft, musizieren können. Leicht, luftig und in federnder Spannung erklang der Abschlusssatz – langer Applaus und Bravorufe (…)

 

Carsten Jelinski
Goslarsche Zeitung,
23. Februar 2010


Hommage an die südosteuropäische Heimat
Klavierkonzert-Reihe „Earthquake“ mit der Belgrader Pianistin Mirjana Rajić

In zwei Gruppen ließe sich das Programm der Klaviermatinee im Kiesel der in Belgrad geborenen Mirjana Rajić gliedern – nämlich mit zwei deutschen Komponisten einerseits und drei jugoslawischen andererseits.
Der deutschen Musik erwies die Pianistin ihre Reverenz zunächst mit Beethoven, angeführt von sechs Variationen über das Duett „Nel cor piu non mi sento“ aus der Oper „La Molinara“ von G.Paisiello. Als gefälliges Rokoko-Liedchen vereinte Mirjana Rajić bei der Themenvorstellung das Einfache mit dem Gefühlvollen in gesanglicher Melodieführung. In fein ziselierten Läufen löste sie bei den ersten Variationen die Themenmelodie auf, um dann in der dritten Veränderung mehr auf die harmonisch-rhythmische Seite in energisch gebrochenen Dreiklängen einzugehen und interpretierte in expressivem Spiel die scherzohafte 4.Variation. Klangvoll herausgestellt waren in der Schlussvariation die Zwiegespräche der oberen und unteren Klangsphäre.
In anderer Weise lässt Beethoven bei den Bagatellen seine Kunst offenbar werden, wo er ohne Formzwang und damit recht modern seiner Fantasie freien Lauf ließ. Am Schluss seines grandiosen Klavierwerkes bilden die Bagatellen op.126 eine Art Rückschau: Schlicht und in leicht lyrischem Impetus begann die Pianistin die 1. Bagatelle, wozu die folgende mit ihrem dramatischen Dialog kontrastierte. Liedhaft war die 3. Bagatelle angelegt und gesteigert von eleganten Arpeggien und glitzernder Trillerbegleitung. In stürmischem Presto schuf die Interpretin in der 4. Bagatelle einen dunklen Gegenpol: Kraftvoll die Unisonopassagen und dynamisch die Auf- und Abstiege über ostinatem Quint- und Quartbass! Vorwärtsstürmende Passagen eröffneten die letzte Bagatelle mit einem zärtlich intonierten Mittelteil.
Umschlossen von den beiden Beethoven-Werken wurde das in 1977/78 entstandene Klavierstück Nr.6 „Bagatellen“ von Wolfgang Rihm, der von Beethovens Assoziationstechnik dazu angeregt wurde und der Pianisten damit einen interessanten Vergleich ermöglichte. Sehr plastisch spielte sie die Einzeltöne wie Tonzellen bei dieser zwischen Tonalität und Atonalität liegenden Musik. In expressivem Spielgestus stellte sie die Spannung zwischen hohen und tiefen Lagen heraus und artikulierte auch scharf die dynamischen Gegensätzen bei der freien Struktur der einzelnen Bagatellen, die Rihm als eine seismographische Bewegung in bereits verarbeiteten Materialien bezeichnete.
Als Hommage an Jugoslawien, wie es die Pianistin ausdrückte, spielte Mirjana Rajić Werke dreier Komponisten ihres Heimatlandes, deren einzelnen Volksgruppen sie nach dem Balkankrieg freundschaftliche Kooperation wünscht. Bezug darauf nimmt nach einem Bibelzitat „Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem“ von Alexandre Damnianovitch in sehr expressiven doch noch weitaus traditionellen Klangbildern. Triller, Tremoli wie schnelle Stakkati mit repetierenden Floskeln in perfekter Spieltechnik prägten „Sticken“, das inhaltlich mit „Das Grabtuch“ zusammenhängt, wo auf lange nachschwingende Einzeltöne auch die Spannung von sehr hohen und tiefen Tönen reagierte. Dazu hob sich „Spindel“ in schnellen Tonfolgen und repetierende Figuren in Drehbewegung ab und mündete in elegischen Gesang mit südosteuropäischer Klangfärbung.
Intimer dann der Klavierklang bei dem 1896 (…) geborenen Josip Slavenski, einem Schüler von Zoltan Kodaly. Bei seiner Sonate op.4 schwelgte die technisch souveräne Pianistin nach zärtlicher Eröffnung in fulminanten und virtuosen Klangsteigerung, die immer wieder impresionistisch gefärbt waren. Ganz der Musik ihrer Heimat verschrieb sich Mirjana Rajić bei den „Sieben Balkantänzen“ von Marko Tajcević, der hier südslawische Folklore mit freiem modernen Stil und spätromantischer Harmonik kombinierte. Einmal energisch vital in Bartokschem Duktus und dann wieder mit leicht exotischem Charakter folgten die Tänze kontrastreich aufeinander.
Herzlicher Beifall für die sehr sympathische Pianistin, die sich mit dem temperamentvoll gespielten „Feuertanz“ von M. de Falla bedankte.

 

Josef Lay
Südkurier
12. Januar 2010


Streichquartett und Pianistin begeisterten das Publikum

Das Schumannschen Klavierquintett entpuppte sich als ein Paradestück für die junge Pianistin Mirjana Rajić, in deren Spielweise sich Exaktheit und Präzision, klangliche Anmut und Brillanz mit markanter Kraft vereinten. Im langsamen Satz "In Art eines Marsches" wurde einmal mehr die musikalische Gestaltungsfähigkeit des Ensembles exemplarisch deutlich: Die verschleierte, dumpfe (Trauer)Marschrhythmik, die wogenden Achteltriolen im Klavier zu der freundlicheren Streicherkantilene, dann in der Mitte der Elan und Ausbruch des dramatischen Agitatos, in dem Pianistin und Quartett rhythmische Festigkeit, Sicherheit und Fingerfertigkeit erwiesen.
Nach dem klanglich überwältigend gespielten Scherzo samt seinen differenzierten Trios und dem beruhigenden Finale mit dem thematisch interessanten Fugato folgte begeisterter, lang anhaltender Beifall. Das Ensemble bedankte sich dafür noch mit der Klavierquintettfassung eines Tangos mit besonders schönen Cellokantilenen des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla.

 

www.eberbach-channel.de
28. September 2009


...Kammerkonzert mit dem Thema „Zwei Majestäten“ in der Fruchthalle

(...) Eine solche Harmonie, im Sinne einer interpretatorischen Übereinstimmung, gelang den beiden Ausführenden aber zusammen mit der Pianistin Mirjana Rajic, die kurzfristig (...) eingesprungen war und alle Aufgaben mit Bravour löste. Die ausgewählten Tango-Melodien verarbeiteten Formen wie Fuge, Tarantella und wirkten wie Balladen. In diesem kompositorischen Spannungsfeld gelang eine elektrisierende, von Akribie und Esprit geprägte Aufführung. Wie zuvor bei Bach, faszinierte Piazzolla durch die Adaption, Verarbeitung verschiedenster Spiel- und Kompositionstechniken zu einer neuen Stufe des Ausdrucks. In der begeisternden Ensemble-Leistung kam dies vortrefflich zum Ausdruck.

 

Reiner Henn,
Die Rheinpfalz,
28. Februar 2009


Serbin enthusiastisch gefeiert
Mirjana Rajic: zwischen archaischer Wucht und Sinnlichkeit / "Altensteiger Meisterkonzert"

„Wahnsinn“ entfahrt es einem begeisterten Konzertbesucher im nahezu ausverkauften Bürgerhaus. Damit wäre im Grunde schon alles gesagt über das Debüt der Pianistin Mirjana Rajic.
Die junge Serbin stellte ein Programm vor, das unterschiedlichste pianistische Tugenden verlangt. Sie wurde den Erwartungen wie dem Notentext spielend gerecht.
Mit einem beherzten Zugriff auf Schuberts „Drei Stücke“ entstand ein Wechselspiel aus energisch drängenden und lyrischen Passagen.
Eine wahre Freude war es, zu beobachten, wie sich die Emotionen in der expressiven Mimik der Pianistin spiegelten und unter ihren Fingern zu berauschenden Klangerlebnissen wurde.
Von Marco Tajcevic hatten weite Teile des Publikums zuvor wohl noch nie gehört. In der Vergangenheit wurden die Balkantänze des serbischen Komponisten von so legendären Pianisten wie Rubinstein und Gilels gespielt und waren dann weitestgehend in Vergessenheit geraten.
„Meine Aufgabe ist es, dieses Stück weiterleben zu lassen“, setzt sich Mirjana Rajic für die Musik ihres Landsmannes ein. Eine schönere Reverenz konnte die Pianistin sich selbst und ihrer Heimat wohl kaum erweisen.
Flirrende Läufe verwiesen auf einen Komponisten, dessen Musik streckenweise dichter bei Debussy lag, als bei den populären „Ungarischen Tänzen“ von Brahms.
Werke und Interpretation beeindruckten durch folkloristisches Raffinement und eine Mischung aus archaischer Wucht, geheimnisvoll anmutender Sinnlichkeit und tänzerischen Schwung.
Der freien Klangästhetik von Debussys „Images“ begegnete Mirjana Rajic mit beeindruckender Kontrolle und feinstem Gespür für Stimmungen und Farbnuancen.
Beneidenswert, wer diesen Werken auf diese Weise Flügel zu verleihen vermag - ohne den rauschenden Pedalnebel, den minder talentierte Pianisten hier erzeugen.
Mirjana Rajic zauberte mit vielen Zwischentönen und einer hochsensiblen Artikulation. Das Altensteiger Publikum dankte es mit atemloser Aufmerksamkeit.
Liszts „Tarantella“ ist ein Bravourstück. Irrwitzig schnell hämmert Rajic die Rhythmen des italienischen Tanzes in die unteren Oktaven, im nächsten Moment streichen ihre Finger so sanft über die Tasten, als berührten sie die Saiten eine Harfe.
Technisches Virtuosentum und ein Wechselbad der Gefühle und der Ausdrucksformen packten die Hörer.
Enthusiastischer Beifall und eine Zugabe: erst nach de Fallas fulminantem, atemberaubendem „Feuertanz“ ließ das Publikum die Pianistin gehen.

 

Christian Schlager,
Schwarzwälder Bote,
28. Januar 2009


Jeder Ton ist reine Emotion

Eine der besten Konzerte in der Reihe der Kammermusikring-Veranstaltungen hat das Streichquartett „Quatuor Ebène“ im Celler Schlosstheater dargeboten. Auch im Zusammenspiel mit der Pianistin Mirjana Rajić lieferten die vier Musiker eine exzellente Vorstellung ab.
... Zu Anton Dvořáks Klavierquintett kam dann noch Pianistin Mirjana Rajić dazu. Schon bei den ersten Tönen staunte man ob ihrer Anschlagskultur und Klangfarbenraffinesse. Aber man durfte sich auch wundern, wie hervorragend es dem Ensemble gelang, rhythmischen Esprit mit einem weiten Atem und größter Leidenschaftlichkeit zu verbinden ...
Und schließlich den langsamen Satz aus Beethovens 4.Klavierkonzert als Zugabe. Diesen ersten komponierten Dialog Beethovens mit dem Jenseits - im Spätwerk gibt es weitere - spielten die fünf Musiker so berückend, dass man sich den nicht gespielten, eigentlich direkt anschließenden Schlusssatz wunderbar imaginieren konnte. So fand dieses Konzert der Superlative auf dem Heimweg im Kopf seine Fortsetzung.

 

Reinald Hanke,
Cellesche Zeitung,
10. April 2008


Meisterhafte Darbietung Rezension

Wollen wir hoffen, dass das Frühjahrskonzert der "Manufaktur Glashütte Original" den Frühling tatsächlich einläuten wird, so wie es das Publikum frühlingshaft verzauberte. Jan Vogler, der großartige Cellist, konzertierte am Donnerstag zusammen mit seiner Partnerin am Flügel, Mirjana Rajic, im Glashütter Atrium. Sie spielten ein erlesenes Programm mit Werken von Schumann, Beethoven, Tschaikowski, Dvorak, de Falla und anderen.
Es war ein Ereignis, das in dieser Qualität nur ganz selten zu erleben ist. Beide Künstler verstanden es, von der ersten Note an eine Atmosphäre zu schaffen, die das Publikum total in den Bann zog. Atemberaubend war die technische Meisterschaft von Vogler und Rajic wie deren Gestaltungskraft. Bereits bei den Fantasiestücken von Robert Schumann faszinierte der herrlich warme Ton des Cello, die hohe Anschlagskunst der Pianistin und die unglaubliche Virtuosität beider.
Mit höchstem Einsatz
Beethovens Cello-Sonate A-Dur ist ein Ohrwurm höchsten, edelsten Grades und wurde mit Engagement und Hingaben musiziert, das Scherzo mit seinem aufregenden Thema temperamentvoll, mit höchstem Einsatz gespielt. Wenn man Jan Vogler beim Spielen zuschaut, meint man fast, er würde das Werk im Augenblick komponieren, er wäre Beethoven selbst. So verwurzelt wirkte er mit seinem italienischen Instrument. Und Mirjana Rajic entlockte dem wunderschönen Flügel herrlichste Klänge.
Nach der Pause überraschte der mit viel Charme durch das Programm moderierende Künstler seine Zuhörer mit einer Reihe von - wie sagte er - seinen "Lieblingsstücken", teils in Bearbeitungen.
Es war ein Abend, der in den Ohren und Herzen der Zuhörer noch lange nachklingen wird. Zwei Zugaben, stehende Ovationen. Und ein Dank an die Leitung der Manufaktur, die uns solche Kostbarkeiten mitzuerleben ermöglicht.

 

Heinz Weber,
SZ Sächsische Zeitung,
05. April 2008


Gespielt bis in die Abgründe der Seele
Mirjana Rajic im Kloster Wienhausen

WIENHAUSEN. Eine junge, sehr ausstrahlungsstarke Pianistin aus Serbien war auf Einladung des Kulturkreises Wienhausen zu Gast im dortigen Kloster: Mirjana Rajic. Man durfte gespannt sein, denn Rajic eilt ein guter Ruf voraus. Sehr konzentriert geht sie im langen silbernen Gewand zum Flügel, begrüßt in freundlichen Sätzen das Publikum, erzählt davon, dass sie gebeten wurde, ein paar Sätze zu den Stücken des Abends zu sagen. Doch schon nach wenigen Sätzen lässt sie lieber die Musik sprechen.
Schon bei den späten Bagatellen Ludwig van Beethovens horchte man auf. Rajic geht ganz in die Feinheiten der Partitur. Jeder Bogen wird ausgekostet, jeder Akzent wohl dosiert. Rajic lässt sich viel Zeit ohne dass deshalb ihr Spiel auch nur einen Moment schleppend erscheinen würde. Sie versucht erst gar nicht, die wie Fragmente erscheinenden Stücke als in sich geschlossen erscheinen zu lassen sondern belässt sie in ihrer fragenden Offenheit. Nähe zum Streichquartettspätwerk Beethovens wird auf diese Weise umso klarer.(...)war schon dieser erste Zyklus des Abends ein starkes Erlebnis.
In Debussys erstem Heft der „Images“ war es dann umso staunenswerter und ohrenberauschend zu erleben, wie es Rajic gelang, eine höchst sinnliche Interpretation abzuliefern. Und Prokofjews 8. Klaviersonate geriet Rajic so die Seelenabgründe aufreißend, dass man tief beeindruckt war.
Keine Frage: Diese Pianistin hat die Anlagen dazu, sich in der ersten Pianistengarde zu etablieren. Zumindest in ihrer künstlerisch-gestalterischen Kraft hält sie heute schon mit vielen namhafteren Kollegen annähernd mit. Gut, dass der Kulturkreis Wienhausen hier ein gutes Gespür für Qualität hatte. Noch besser, dass Rajic im April im Celler Kammermusikring zu hören sein wird.

 

Reinald Hanke,
Cellesche Zeitung,
29. Januar 2008


Rauschender Beifall für Künstler-Duo

 Der Cellist Jan Vogler und die Pianistin Mirjana Rajic begeisterten am Montag beim Konzert im Sorbischen Museum

 

Im Sorbischen Museum gastierte der Cellist Jan Vogler und die aus Belgrad stammende Pianistin Mirjana Rajic. Bereits mit Robert Schumanns 1849 entstandenen Fantasiestücken op.73 erspielte sich das wunderbar aufeinander eingestimmte Duo die Sympathie der Gäste.
Gleichsam Ruhe und Stimmungsreichtum zaubernd, sang Voglers Domenico Montagnana „Ex-Hekking“- Cello von 1721 weichen Tones farbenreiche Romantik über melodiösem Pianoteppich. 1808 komponierte Ludwig van Beethoven die A-Dur-Sonate op.69. Als „eine der schönsten auf dem Höhepunkt seiner Karriere entstandenen Sonaten“ angekündigt, erschloss sich mit ungewöhnlich lyrisch weichem Cello- Solobeginn ein Meisterwerk ausgewogener klassischer Musiksprache. Selbstbewusst in des Meisters Sinn, lotet das Duo die Nuancen edler Dichte und Gesanglichkeit aus. Wilde Bogenstriche, hämmernde Pianoakkorde beeindruckten ebenso wie filigranste Fingerartistik.
...So erklangen im zweiten Teil zur Freude der begeisterten Hörer aus nah und fern Originalstücke oder vorzügliche Bearbeitungen wie der romantisch bewegte Nocturne von P.Tschaikowsky ,das gefühlstiefe „Prayer“ von E.Elgar, das salonmusikartige „Salut d’amour“ op.12. Da schmolz das Publikum dahin, und beide Künstler übertrafen sich im tänzerisch tänzelnden und brillant perlenden Dvorak-Rondo mit unbeschreiblicher Gestaltungsfreude. Bravo kamen auf. Beifallsrausch tobte und führte zu wunderbaren Zugaben.

 

Crista Vogel,
SZ,
23. Januar 2008

 


Pavel Berman und Mirjana Rajic in der Alte Aula Heidelberg

"Ganz im Zeichen instrumentaler Virtuosität stand das aus Solo- und Duowerken bestehende Konzertprogramm,mit dem der russische Geiger Pavel Berman und seine serbische Klavierpartnerin Mirjana Rajic auf Einladung der Gesellschaft der Musik- und Kunstfreunde Heidelberg in der Alten Aula gastierten.Die ebenso anschpruchs- wie effektvolle Auswahl des Abends war auch eine explizite Reverenz an den grossen Pianisten und Pädagogen Lazar Berman (1930-2005), dem beide Musiker- Pavel Berman als Sohn und Mirjana Rajic als Schülerin- entscheidende künstlerische und menschliche Prägungen verdanken. Wer Berman und Rajic jetzt in Heidelberg hörte,fand den Einfluss des Lehrers vor allem in der bestechenden technischen Perfektion und der zupackenden expressiven Energie ihres Spiels wieder.Statt eitlem Virtuosengetue erlebte man konzentrierte Partiturdurchdringung ohne jede Prätention oder Sentimentalität. Sehr eindrucksvoll gelang schon zu Beginn Robert Schumanns selten aufgeführte d-moll-Violinsonate op.121,deren oft beschworene "Spätwerk-Schwächen" das Duo mit beherzt konzertantem Zugriff und feiner lyrischer Bewegheit ins Reich der Fabel verbannten (bemerkenswert nicht zuletzt der liedhaftschlichte Mittelsatz, der trotz vergleichsweise zuegiger Gangart aussergewöhnlich anmutig und keineswegs verhetzt klang). Mirjana Rajic unterstrich ihre herausragende pianistische Bravour im Anschluss mit den leichthändig nachempfundenen Debussy- Images Nr. 1-3, der spritzig-elegant pulsierenden Liszt-Tarantella aus "Venezia e Napoli" und dem furios zugegebenen "Feuertanz" von Manuel de Falla"...

 

Klaus Ross,
RHEIN-NECKAR-ZEITUNG,
3./4. November 2007.


Mit großem Gespür für das Wesen der Musik

"Hier die Weltspitze der Pianisten, dort die jungen Stars von morgen-beim Klavierfestival Ruhr gibt es eine ausgezeichnete Mischung aus beidem. Zu den grossen Talenten,die ihren Weg gewiss noch machen werden,muss zweifellos auch Mirjana Rajic gerechnet werden. Am Mittwoch gab sie ihr Festival-Debut im Bottroper Kulturzentrum-schwer beeindruckend! Schubert, Debussy, Liszt, das sind die Klavierkomponisten schlechthin, an denen man sich leicht "verheben" kann. Doch Rajic, die in Belgrad geborene Künstlerin, verfügt über eine sichere Technik, gute Kondition, unerschöpfliche Vitalität und vor allem intelligentes Gespür für das Wesen der Musik. Hinter der Fröhlichkeit der A-Dur-Sonate aus Franz Schuberts Todesjahr entdeckt sie das Brüchige, das Morbide. Vor die heitere Sonne ziehen immer wieder graue Wolken wie im zweiten Satz. Da verstummt das beharrliche Pochen der linken Hand, wild flirrende Tongirlanden zucken aus dem Klavier, ein Unwetter bricht herein, Blitz und Donner inklusive. Rajic inszeniert das Geschehen, macht es packend erfahrbar. Und sie hat Sinn für das Liedhafte, von dem Schuberts ausgedehntes Rondo-Finale deutlich geprägt ist. An dessen Ende droht die Musik zu verstummen, wird fragmentiert und speist sich aus Erinnerungsstücken des Vorangegangenen. Diesen Schubertschen Koloss hatte die Interpretin gleich an den Anfang ihres Auftrits gesetzt. Debussys "Images" führten wiederum in eine ganz andere Welt.Hier ging es um das Zusammenspiel aus Licht und Wasser ("Reflets dans l'eau"), um die Huldigung an Rameau, den französischen Meister des Barock und um eine fantastische Klangstudie ("Mouvement"), in der Mirjana Rajic ein ganzes Feuerwerk an Klavierfarben verspruehte. Schliesslich Franz Liszt, der Tastenlöwe des 19. Jahrhunderts. Mit seiner "Tarantella" gibt er den Pianisten ein Bravourstück in die Hände, das seine Wirkung nie verfehlt.Auch das Bottroper Publikum war ganz aus dem Häuschen" (csw)

 

onruhr. de Kultur 3
15.Juni 2007.


Eintauchen in Klangkaskaden

Sie kam, sah, lächelte - und spielte sich im Laufe des (...) Abends in einen Pianistenrausch: Mirjana Rajic, aus Belgrad stammende, in Belgrad, Imola und Dresden ausgebildete Künstlerin. Ihr begeistert aufgenommenes Solo-Recital beim Klavierfestival Ruhr im Kammermusiksaal steigerte sich von Stück zu Stück.

 

WAZ-Bottrop (Hans-Jörg Loskill)
15. Juni 2007.


Duo spielte voller Kraft und Vitalität

BERGHEIM: Viele der an diesem 5.Konzertabend des diesjährigen Erftkreis-Zyklus gespielten Musikstücke sind wohl in ganz ähnlich aussehenden Räumen wie dem in Schloss Frens uraufgeführt worden. Das mache diesen Ort zu etwas ganz Besonderem, lobten der Cellist Jan Vogler und die in Belgrad geborene Pianistin Mirjana Rajic.
...startete das Duo mit drei Fantasiestücken von Robert Schumann. Beethovens Cellosonate A-Dur op.69 gehört zu den Glanzstücken in der Literatur für diese Besetzung und ist ein Beispiel für die perfekte Ausgewogenheit der beiden klanglich so unterschiedlichen Instrumente. Von bebend über flehend bis schneidend scharf und mit viel Elan vorgetragen war die ganze emotionale Bandbreite enthalten, was das Publikum zu Bravorufen zwischen den Sätzen hinriss...
Aber da gab es auch die wenig bekannten Stücke wie “Prayer” aus “Jewish Life”...oder das virtuose “At the fountain” op.2 des exzentrischen Starcellisten Carl Davidoff. Ein Stück wie ein Sprint: atemberaubend schnelle Läufe, voller Kraft und Vitalität. Als “echte” Zugabe gab es dann doch den 2.Satz aus der Grieg-Sonate zu hören und auch F.Mendelssohns “Lied ohne Worte” riss die Zuhörer mit .(mum)

 

Kölnische Rundschau,
04. Juni 2007.


Ein außergewöhnliches Meisterkonzert…

...Ein wahres Meisterkonzert...So stand der Rostropowitsch-Schüler (David Geringas), längst eigenständig und weltweit anerkannt, neben der Pianistin Mirjana Rajic (aus Belgrad stammend) und dem Russen Mikhail Ovrutsky (Violine).Die Biographien der jungen Künstler wetteifern im Hinblick auf die Prominenz der Lehrer, auf die Anzahl nationaler und internationaler Wettbewerbs- und Konzerterfolge in Europa und Übersee. So ergab sich eine Mischung aus der enormen Erfahrung des Älteren und dem „Sturm und Drang“ der Nachfolgenden. Was sich als Ergebnis darstellte, erfreute das Publikum über alle Maßen und bereitete den Interpreten auch sichtlich Freude.

...Woher nahm die junge Frau die Kraft, den Tastendonner Franz Liszts (Tarantella) zu bewältigen ? Vollgriffigkeit, filligrane Feinsinnigkeit im Diskant, Anschlagskultur, „chopineske“ Züge, Darstellung des Themas in allen denkbaren Schattierungen waren in besten Händen.

David Geringas widmete dem Schostakowitsch-Trio opus 67 zu Beginn sehr persönliche Worte. Dem folgte eine Wiedergabe, die dem Protest nach anfänglichem „Abtasten“ ebenso Raum gab wie der grotesken In-Frage-Stellung, schließlich dem entfesselten Taumel des Finales – das Publikum dankte mit ergriffenen Schweigesekunden, dann mit stürmischem Beifall, schließlich doch noch mit dem Allegro-Satz beschwichtigt.

 

Hans Peter Altmann,
Dresdner Neuste Nachrichten
05. Dezember 2006.


Mitreißender Beethoven
Matinee...in der Semperoper

"In Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur(...) fanden die in Belgrad geborene Pianistin und Ekkehard Klemm zu mustergültiger Gemeinsamkeit, die zu einer durch und durch musikantischen Wiedergabe führte. Dabei zeigte die Solistin(...)ein staunenswertes Repertoire an technischen Fähigkeiten, zum Beispiel flüssige Läufe in hoher Geschwindigkeit und eine deutlich markierte Partie der linke Hand. Der zweite Satz gab ihr zudem die Möglichkeit, lyrische Passagen ausdrucksvoll zu gestalten. Es muss für Klemm ein Vergnügen gewesen sein, diese Solistin zu begleiten. Das Publikum zeigte sich zu Recht von diesem Konzertabschluss höchst animiert."

 

Peter Zacher,
Dresdner Neuste Nachrichten
25. Januar 2005.


Der Geist der Feinfühligkeit

"Die virtuose Leichtigkeit der Schlusssätze im Gegensatz zu tief durchdachtem Mittelteil weisen auf ein Amalgam aus jugendlichem Enthusiasmus und ernster Erfahrung hin, was insbesondere die Aufführung von Mozarts Klavierkonzert in A-Dur, K 414 zusammen mit der Pianistin Mirjana Rajic gekennzeichnet hatte. Leicht gedämpfter, aber samtener Ton der Pianistin schließt jeden möglichen emotionalen Ausdruck aus, der mit der äußeren Affektivität den authentischen Geist der Feinfühligkeit gefärden würde. Das Selbstbewusstsein, das aus guter Bildung und gründlichem Widmen hervorgeht, ermöglicht der Pianistin Mirjana Rajic eine interpretativ-freie, klanglich ausgeglichene und übersichtliche Aufführung, ohne jede Unsicherheit."

 

Maja Smiljanic-Radic,
Tageszeitung POLITIKA
In Belgrad, am 29. Juni 2004.


Mit berauschendem Tempo durch den Bass
Klavierabend mit Mirjana Rajic im Herrnsheimer Schloss

..."In kräftigen Applaus mischten sich lautstarke Bravorufe. Dabei spielte natürlich auch Liszts Komposition eine nicht unwesentliche Rolle. Seine gerne gespielte und gehörte Tarantella aus "Venezia e Napoli", einem Anhang zu den "Annees de Pelerinages", brachte alle Vorausetzungen mit, um das Publikum in Staunen zu versetzen-immer vorausgesetzt, dass bei Interpreten Technik und Ausdeutung überzeugen. Dies war bei Rajic auch zur Genüge der Fall: Perlend und luftig schwebte sie durch den Diskant, während sie in berauschenden Tempi durch den Bass donnerte und mit kontrastreichen Phrasierungen Dramatik zu erzeugen verstand. 1911 enstanden Maurice Ravels "Valses nobles et sentimentales" nach dem Vorbild Schuberts, der das Wort Walzer als Erster bedeutend prägte. Die acht Stücke sind zwar weniger publikumswirksam, kommen mild, aber nicht unexzentrisch daher, klangen in Rajics Ausgestalltung noch ein Stück überzeugender, einfühlsamer, durchdachter... Begonnen hatte das Konzert mit der Sonate Es-Dur ("Les Adieux") op. 81a, die Beethoven in den Jahren 1809/10 komponierte. Wie bei den nachfolgenden Stücken spielte die Serbin hier ihre techniche Brillanz voll aus. Sie artikulierte sich detailreich und präzise."

 

Philip Schäfer,
WZ,
25. Februar 2002.


Effektfolles Klaviertemperament
Mirjana Rajic im "Prinz Carl" Palais

"...Die derzeit in München studierende Anfangzwanzigerin kann bereits auf namhafte internationale Wettbewerbpreise zurückblicken und ist zudem seit zwei Jahren Meisterschülerin des vor allem in Sachen Liszt legendären russischen "Supervirtuosen" Lazar Berman. Dessen schneidige Brillanz und geradlinige Perfektionshaltung prägen auch ihr technisch exzeptionell souverän anmutendes, von enormer Energie und geistiger Konzentration zeugendes Spiel ganz entscheidend... Hier schien sie tatsächlich in ihrem ureigensten Element, hier musizierte sie ungemein selbstbewusst-dynamisch und inszenierte den Rausch purer pianistischer Geläufigheit... Als superb unsentimentall gestaltende und nobelst farbnuancierende Rachmaninow-Deuterin erreichte Mirjana Rajic grosses Format.
...Unabhängig davon gebürte die Krone zweifelsohne dem hinreißend eingängigen b-moll-Andantino (Nr.1-eine der besten Piecen des Komponisten überhaupt), dessen charakterlich schwelgendes Leidenschaftmelos mit glänzender agogischer Dosierungskunst und natürlich "atmendem" Phrasierungssinn wahrhaft sprechend erfasst wurde. Ein Rachmaninow mit virtuoser Grandezza, kantabler Inständigkeit, klanglicher Leuchtkraft und untrüglich fernab kitschiger Pauschalität disponierendem Stilgeschmak."

 

Klaus Ross,
RHEIN-NECKAR-ZEITUNG
7./8. Juni 2001.


Herzen der Besucher im Sturm erobert

..."Im Sturm eroberte die erst 22-jährige Pianistin Mirjana Rajic die Herzen der Konzertbesucher... Ihre Finger flogen gerade über die Tasten-mit einer Sicherheit, die den Atem der Zuhörer stocken liess. Bereits mit elf Jahren hatte die heutige Studentin der Musikhochschule "Franz Liszt" in Weimar ihren ersten hochklassigen Musikpreis erworben. Das dreisätzige Klavierkonzert Nr.4 G-Dur, Op.58, von Ludwig van Beethoven meisterte die Solistin mit Bravour.Riesenapplaus,anerkennende Pfiffe und begeisterte Zurufe bewirkten als Zugabe noch die "Tarantella" von Franz Liszt."

 

Ingrid Versen,
TEG,
4. Dezember 2000.