Guter Beginn läßt für die Zukunft hoffen
Erster Internationaler Wettbewerb für junge Pianisten Carl Maria von Weber sorgt für große Resonanz
Wolfram Quellmalz, Neue (musikalische) Blätter, 30.04. 2019
Erster Internationaler Wettbewerb für junge Pianisten Carl Maria von Weber sorgt für große Resonanz
Wolfram Quellmalz, Neue (musikalische) Blätter, 30.04. 2019
Der 1. Klavierwettbewerb „Carl Maria von Weber“ vereint junge Pianisten aus 15 Ländern in Dresden
Nicole Czerwinka, Elbmargarita, 26.04. 2019
„Mirjana Rajić meistert die exzessiven und extrem schwierigen Läufe nicht nur präzis, sie fächert die Ausdruckpalette sehr fein auf. Das ist große Kunst.“
Sächsische Zeitung, 28.02.2019
Leidenschaftlicher könnte eine Liebeserklärung kaum ausfallen: Die aus Belgrad stammende Pianistin Mirjana Rajić hat auf ihrem Album „Dances“ ein persönliches Programm ihrer Lieblingstänze für Solo-Klavier zusammengestellt.
Mirjana Rajić spielt mit außergewöhnlichem Ausdruck und großer Dynamik. Sie formt die Klänge in bestechender Klarheit zu charaktervollen Aussagen. Ihre Interpretationen wirken dennoch niemals übersteuert, vielmehr verbindet sie kraftvolles Spiel und romantisches Schwelgen in wirkungsvollen Abstufungen zu einem packenden Hörerlebnis. Durchdringend lässt sie etwa die Balkantänze beben, um sie zwischenzeitlich in ruhige, gefühlvolle Farben zu tauchen und arbeitet so den ursprünglichen Charakter der Stücke beinahe plastisch heraus. Franz Liszts „Tarantella“ fügt sich hier wunderbar an. Die lebhafte Dynamik dieses Stücks changiert immer wieder sachte hin zur romantischen Verträumtheit, welche aber nie verzärtelt, sondern stets belebend wirkt.
De Fallas „Danza ritual del Fuego“ in der Bearbeitung für Solo-Klavier wirkt ein wenig verspielter als die vorherigen Stücke, aber nicht minder leidenschaftlich. Falla ist ein stimmungsvoller Höhepunkt dieser Aufnahme, während Ravels „Valses nobles et sentimentales“ wie ein pastellener Tupfer in diesem intensiven Klangfeuerwerk wirken und beinahe als Ruhepol erscheinen.
Robert Schumanns berühmte „Davidsbündlertänze“ vereinen schließlich beides: romantische Seufzer treffen auf kraftvolle Lebendigkeit, in der sich die überwältigende Energie ihre Bahn bricht.
DNN, 16.02,2019
Interview mit Martin Morgenstern von „Musik in Dresden“, 04.02. 2019
Zum Einstieg bezaubert Mirjana Rajić mit sechs Bagatellen von Beethoven, einem Klassiker der Klavierliteratur. Mit zartem Anschlag verleiht sie den kurzen Stücken sangliche Leichtigkeit, ohne das vorwärtsdrängende, temperamentvolle Moment in Beethovens Musik dabei zu ignorieren. Die Werke wirken in ihrer Schlichtheit unmittelbar und eindrücklich – Mirjana Rajić macht sensibel interpretierte Klaviermusik so zu einem intensiven Erlebnis. Bei Franz Liszts Zyklus „Venezia e Napoli“ etwa sieht man im ersten Satz tatsächlich vor dem inneren Auge die Gondeln schaukeln. Rajić interpretiert sehr gefühlvoll und tiefsinnig, lässt den zweiten Satz mit rasenden Fingersätzen dann eindringlich aufleben, bevor der dritte wieder in ruhigere Gefilde segelt.
Die Dramaturgie ist sehr klug gewählt, am Ende erscheint es als würden sich diese drei doch ganz verschiedenen Stücke auf intelligente Weise ineinander verschränken und ergänzen. Mirjana Rajić verzichtet jedoch darauf, ihre Konturen zu verwischen. Sie spielt klar und ausdrucksvoll, betont den Charakter der verschiedenen Werke, ohne ihn übertrieben zur Schau zu stellen. Dabei arbeitet sie sich scheinbar spielend leicht von feinsinniger Innerlichkeit bis hin zu virtuosen Klangkaskaden. Am Ende steht mit Prokofjews Sonate Nr. 8 op. 84 B-Dur das vielleicht intensivste, lebendigste Werk der Aufnahme. Ernst und hochemotional, tiefgründig wie der Spiegel nimmt Mirjana Rajić ihre Hörer von der ersten bis zur letzten Minute gefangen.