Tiorba forte in a (römische Theorbe)
Repertoire: sämtliche Kompositionen für Theorbe des 17.-18. Jahrhunderts, Continuo, Musik des 19.-21. Jahrhunderts
14-saitig: G A H C D E F G A d g h e a
- Mensur Griffbrettsaiten 80 cm, Mensur Bordunsaiten 120 cm
- (andere Mensuren nach Absprache)
- a’ = 415 oder 440 Hz
- Einzelbesaitung
- Leichte Griffbrettwölbung
- 14 Festbünde (bewegliche Bünde auf Wunsch)
- Verlängerung furniert mit Zierrand
- Drei Rosetten, Korpus 19-spänig
Die teilweise extreme Länge der freien Baßsaiten historischer Theorben und Arciliuti ist dem Umstand geschuldet, dass es zur Zeit der Erfindung dieser Instrumente noch keine mit Metall umsponnenen Baßsaiten gab. Die damals üblichen blanken Darm- oder Metallsaiten mussten daher eine gewisse Länge haben, um nicht zu dick zu werden und damit stumpf zu klingen. Da Liuti forti im Bass jedoch durchweg mit umsponnenen Saiten ausgestattet sind, kann bei unseren Instrumenten auf diese höchst unpraktischen, extremen Verlängerungen verzichtet werden. Im Gegensatz zu historischen Arciliuti und Theorben weisen Liuti forti mit verlängerten Baßsaiten beim Übergang von den Griffbrett- zu den Bordunsaiten keinerlei klangliche Brüche auf.
Continuoinstrumente können von den akustischen Vorteilen der Liuto-forte-Deckenkonstruktion ganz besonders profitieren. Die Tiorba forte ist nicht sehr groß, entwickelt jedoch bei den üblichen Saitenspannungen von 4 bis 5 kg pro Saite eine Kraft, die man selbst bei sehr viel größeren und weniger Airline-kompatiblen Continuoinstrumenten in historischer Bauweise nicht findet. Ihr wärmerer und reicherer Ton macht sie – in Verbindung mit der kleineren Mensur – auch zur Wiedergabe des solistischen Repertoires für diese Instrumente wunderbar geeignet.
Klangbeispiele
Hieronymus Kapsberger:
Preludio e Toccata seconda
Mauro Pinciaroli, Italien
Preludio e Toccata seconda
Mauro Pinciaroli, Italien