Starke Sanftspielerin

„Ob Ludwig van Beethoven, ob Franz Liszt, ob Sergej Prokofjew – die aus Belgrad stammende Pianistin Mirjana Rajić gestaltet bei aller Verschiedenartigkeit der musikalischen Vorlagen und Handschriften die drei Komponisten in ihrem Alumni-Konzert mit großartiger Schönheit…Den Beethoven gestaltet sie mit der gebotenen Raffinesse, rückt nie die Virtuosität in den Vordergrund, sondern unterstreicht die tiefe Emotionalität dieser ziemlich zupackenden Stücke. Bei Liszt erlaubt sie sich ein instrumentales Verschmelzen und perlt die Wellen Venedigs ins Publikum, charakterisiert eine Gondelfahrt, die schließlich in einer wahnwitzigen Tarantella mündet. Von virtuoser Angestrengtheit ist da nichts zu spüren, statt dessen breitet sich ein wissender Gestaltungswille aus.

Der ist auch nach der Pause in Prokofjews während des Zweiten Weltkriegs entstandener Sonate Nr. 8 zu hören. Was für ein Wechsel aus brandender Virtuosität und kluger Zurückhaltung selbst in den knallhartesten und düstersten Passagen! Geradezu umwerfend das scheinbar unangestrengt vorgetragene Finale. Eine Sanftspielerin mit ausdrücklicher Stärke.

Wer danach noch eine Zugabe liefert, muss die Liebe wahrlich leben. In diesem Fall ist es die Liebe Mirjana Rajićs zu ihrem Landsmann Marko Tajcević, von dem die nun heftig gefeierte Künstlerin noch einen Balkantanz draufgab. Ein Konzert, das nicht so rasch zu vergessen sein wird und die Wartezeit bis zur CD mit Ungeduld füllt.“

Michael Ernst, Musik in Dresden, 02.12. 2011

Beethovens Bagatellen hatten ihren großen Auftritt

„Mit den Sechs Bagatellen für Klavier op.126 von Ludwig van Beethoven begann sie ihr zuweilen kraftvolles, zuweilen plakatives Spiel. Technisch versiert und überaus professionell zeigte sie, dass es sich beim letzten Klavierwerk des Meisters keineswegs lediglich um unbedeutende Kleinigkeiten handelt, sondern um ein musikalisches Kleinod, dem sie mit prägnantem Anschlag kontrastreich Substanz verlieh.

Nach der Pause erklang Frederic Chopins berühmte Fantasie Impromtu cis-Moll op.posth. 66, die gerade wegen der Mischung aus einem vorwärtsstürmendem, virtuosem Impuls heraus sowie der überschäumenden, typisch chopinschen Poesie hohe Berühmtheit erlangte. Rajić brachte das frühe Werk des 24-Jährigen gradlinig schlank mit viel Schwung, ohne allzu viel sentimental wirkendem Pathos zu Gehör. Das letzte Werk auf dem Programm gestaltete die Pianistein heißblütig italienisch: Die drei 1859 komponierten Stücke mit dem verheißungsvollen Titel „Venezia e Napoli“ erklangen dynamisch austariert, zeitweise mit grollendem Donnerhall, aber stets mit viel technischem Feingefühl. Mirjana Rajić bezauberte mit bestechend scharfen Anschlag und virtuosem Elan, insbesondere in der feurigen Tarantella, ihre begeisterte Zuhörer, die als Dank noch drei Zugaben erhielten.“

Ostholsteiner Zeitung,27.10.2010

Rauschende Klangkaskaden

„…dem Publikum wird vor allem das Klavierkonzert c-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart mit Solistin Mirjana Rajić im Gedächtnis bleiben. Hochdramatisch und intensiv kamen Orchester und Pianistin im ersten Satz daher, sich gegenseitig ergänzend als kongeniale musikalische Partner. Imposant präsentierte Rajić die klangvoll rauschenden Tonkaskaden in der Kadenz – sie steht nicht zu Unrecht auf der Weltbestenliste.

Der zweite Satz zeigte, auf welch hohem Niveau die Musiker mit Liebe und Leidenschaft musizieren können. Leicht, luftig und in federnder Spannung erklang der Abschlusssatz – langer Applaus und Bravorufe.“

Goslarsche Zeitung, 23.02.2010

Serbin enthusiastisch gefeiert

„Wahnsinn“ entfahrt es einem begeisterten Konzertbesucher im nahezu ausverkauften Bürgerhaus. Damit wäre im Grunde schon alles gesagt über das Debüt der Pianistin Mirjana Rajić.
Die junge Serbin stellte ein Programm vor, das unterschiedlichste pianistische Tugenden verlangt. Sie wurde den Erwartungen wie dem Notentext spielend gerecht.
Mit einem beherzten Zugriff auf Schuberts „Drei Stücke“ entstand ein Wechselspiel aus energisch drängenden und lyrischen Passagen. ..Von Marco Tajcević hatten weite Teile des Publikums zuvor wohl noch nie gehört.
„Meine Aufgabe ist es, dieses Stück weiterleben zu lassen“, setzt sich Mirjana Rajić für die Musik ihres Landsmannes ein. Eine schönere Reverenz konnte die Pianistin sich selbst und ihrer Heimat wohl kaum erweisen.
Flirrende Läufe verwiesen auf einen Komponisten, dessen Musik streckenweise dichter bei Debussy lag, als bei den populären „Ungarischen Tänzen“ von Brahms.
Werke und Interpretation beeindruckten durch folkloristisches Raffinement und eine Mischung aus archaischer Wucht, geheimnisvoll anmutender Sinnlichkeit und tänzerischen Schwung.
Der freien Klangästhetik von Debussys „Images“ begegnete Mirjana Rajić mit beeindruckender Kontrolle und feinstem Gespür für Stimmungen und Farbnuancen.
Beneidenswert, wer diesen Werken auf diese Weise Flügel zu verleihen vermag – ohne den rauschenden Pedalnebel, den minder talentierte Pianisten hier erzeugen.
Mirjana Rajić zauberte mit vielen Zwischentönen und einer hochsensiblen Artikulation. Das Altensteiger Publikum dankte es mit atemloser Aufmerksamkeit.
Technisches Virtuosentum und ein Wechselbad der Gefühle und der Ausdrucksformen packten die Hörer. Enthusiastischer Beifall und eine Zugabe: erst nach de Fallas fulminantem, atemberaubendem „Feuertanz“ ließ das Publikum die Pianistin gehen.

Schwarzwälder Bote, 28.01.2009

Jeder Ton ist reine Emotion

„Eine der besten Konzerte in der Reihe der Kammermusikring-Veranstaltungen hat das Streichquartett „Quatuor Ebène“ im Celler Schlosstheater dargeboten. Auch im Zusammenspiel mit der Pianistin Mirjana Rajić lieferten die vier Musiker eine exzellente Vorstellung ab.

… Zu Anton Dvořáks Klavierquintett kam dann noch Pianistin Mirjana Rajić dazu. Schon bei den ersten Tönen staunte man ob ihrer Anschlagskultur und Klangfarbenraffinesse. Aber man durfte sich auch wundern, wie hervorragend es dem Ensemble gelang, rhythmischen Esprit mit einem weiten Atem und größter Leidenschaftlichkeit zu verbinden…

Und schließlich den langsamen Satz aus Beethovens 4.Klavierkonzert als Zugabe. Diesen ersten komponierten Dialog Beethovens mit dem Jenseits spielten die fünf Musiker so berückend, dass man sich den nicht gespielten, eigentlich direkt anschließenden Schlusssatz wunderbar imaginieren konnte. So fand dieses Konzert der Superlative auf dem Heimweg im Kopf seine Fortsetzung.“

Cellesche Zeitung,10.04.2008

Meisterhafte Darbietung

Jan Vogler, der großartige Cellist, konzertierte am Donnerstag zusammen mit seiner Partnerin am Flügel, Mirjana Rajić, im Glashütter Atrium. Sie spielten ein erlesenes Programm mit Werken von Schumann, Beethoven, Tschaikowski, Dvorak, de Falla und anderen.

Es war ein Ereignis, das in dieser Qualität nur ganz selten zu erleben ist. Beide Künstler verstanden es, von der ersten Note an eine Atmosphäre zu schaffen, die das Publikum total in den Bann zog. Atemberaubend war die technische Meisterschaft von Vogler und Rajić wie deren Gestaltungskraft. Bereits bei den Fantasiestücken von Robert Schumann faszinierte der herrlich warme Ton des Cello, die hohe Anschlagskunst der Pianistin und die unglaubliche Virtuosität beider.

Es war ein Abend, der in den Ohren und Herzen der Zuhörer noch lange nachklingen wird. Zwei Zugaben, stehende Ovationen. Und ein Dank an die Leitung der Manufaktur, die uns solche Kostbarkeiten mitzuerleben ermöglicht.

Sächsische Zeitung, 05.04.2008