Seelenkraft auf CD

„Dieser Satz wird hier so gespielt, als spreche der Tonschöpfer persönlich…Plötzlich steht man beim Nachhören vor der schwierigen Frage, was denn nun mehr Respekt abnötigt – das hörbare Wissen der Interpretin um den werkimmanenten Geist oder die sprachlos machende technische Könnerschaft? Sehr wahrscheinlich bedingen sich interpretatorische Perfektion und geistiges Durchdringen gegenseitig. Mirjana Rajić betreibt in keinem Moment eine Selbstdarstellung ihres unglaublichen Vermögens; sie geht die intensiven Passagen intensiv an, in inbrünstigen Momenten wird sie inbrünstig, wo strukturelle Klarheit gefordert ist, da spielt sie glasklar.

In jedem Ton, bis zum letzten Akkord eine atemraubende Einspielung.“

Michael Ernst, Musik in Dresden, 20.02. 2012

Pianistin Mirjana Rajić verzaubert ihr Publikum

„Mit einem Feuerwerk der Harmonien begeisterte Pianistin Mirjana Rajić im Gräfelfinger Bürgerhaus ihr Publikum.

„Musik machen ist für mich kein Beruf, sagte Rajić. „Es ist mein Leben, es macht mich einfach glücklich.“ Und das hörten die Besucher des Klavierabends. So vielseitig wie ihre Ausbildung, war auch ihre musikalische Vorstellung. Nach einer kurzen Pause folgte der letzte, nicht weiniger imposante Teil des Konzertabends.

Mit der Sonate Nr. 8 in B-Dur von Sergej Sergejewitsch Prokofjew verzauberte die Pianistin den Saal. Das Stück erklang in einem Zusammenspiel von gewagter Harmonik und ungewohnter Kombination der Akkorde. Die junge Musikerin zelebrierte auch dieses Stück mit größter Hingabe und zauberte vollkommene, musikalische Augenblicke. Rajić kam durch ihre Mutter zur Musik. Als sie zum ersten Mal hörte, wie ihre Mutter auf dem Klavier spielte, war ihre Leidenschaft für die Musik geboren. Und diese Leidenschaft hörten die Besucher bei jedem Ton.“

Münchner Mercur, 20.12.2011

Klang der Schönheit

„Mirjana Rajić hat genau diese Balance aus viruosem Zauber und emotionaler Klugheit getroffen. Scheinbar unangestrengt durchwandert sie die sprudelnden Läufe, tastet sich melodiebetont über Akkorde hinweg und hat doch vor allem das Gesamtwerk im Sinn. Ihr Eins-Werden mit dem Instrument ist ganz offensichtlich ein Eins-Sein mit der Musik.“

DNN, 3./4.12.2011

Starke Sanftspielerin

„Ob Ludwig van Beethoven, ob Franz Liszt, ob Sergej Prokofjew – die aus Belgrad stammende Pianistin Mirjana Rajić gestaltet bei aller Verschiedenartigkeit der musikalischen Vorlagen und Handschriften die drei Komponisten in ihrem Alumni-Konzert mit großartiger Schönheit…Den Beethoven gestaltet sie mit der gebotenen Raffinesse, rückt nie die Virtuosität in den Vordergrund, sondern unterstreicht die tiefe Emotionalität dieser ziemlich zupackenden Stücke. Bei Liszt erlaubt sie sich ein instrumentales Verschmelzen und perlt die Wellen Venedigs ins Publikum, charakterisiert eine Gondelfahrt, die schließlich in einer wahnwitzigen Tarantella mündet. Von virtuoser Angestrengtheit ist da nichts zu spüren, statt dessen breitet sich ein wissender Gestaltungswille aus.

Der ist auch nach der Pause in Prokofjews während des Zweiten Weltkriegs entstandener Sonate Nr. 8 zu hören. Was für ein Wechsel aus brandender Virtuosität und kluger Zurückhaltung selbst in den knallhartesten und düstersten Passagen! Geradezu umwerfend das scheinbar unangestrengt vorgetragene Finale. Eine Sanftspielerin mit ausdrücklicher Stärke.

Wer danach noch eine Zugabe liefert, muss die Liebe wahrlich leben. In diesem Fall ist es die Liebe Mirjana Rajićs zu ihrem Landsmann Marko Tajcević, von dem die nun heftig gefeierte Künstlerin noch einen Balkantanz draufgab. Ein Konzert, das nicht so rasch zu vergessen sein wird und die Wartezeit bis zur CD mit Ungeduld füllt.“

Michael Ernst, Musik in Dresden, 02.12. 2011

Beethovens Bagatellen hatten ihren großen Auftritt

„Mit den Sechs Bagatellen für Klavier op.126 von Ludwig van Beethoven begann sie ihr zuweilen kraftvolles, zuweilen plakatives Spiel. Technisch versiert und überaus professionell zeigte sie, dass es sich beim letzten Klavierwerk des Meisters keineswegs lediglich um unbedeutende Kleinigkeiten handelt, sondern um ein musikalisches Kleinod, dem sie mit prägnantem Anschlag kontrastreich Substanz verlieh.

Nach der Pause erklang Frederic Chopins berühmte Fantasie Impromtu cis-Moll op.posth. 66, die gerade wegen der Mischung aus einem vorwärtsstürmendem, virtuosem Impuls heraus sowie der überschäumenden, typisch chopinschen Poesie hohe Berühmtheit erlangte. Rajić brachte das frühe Werk des 24-Jährigen gradlinig schlank mit viel Schwung, ohne allzu viel sentimental wirkendem Pathos zu Gehör. Das letzte Werk auf dem Programm gestaltete die Pianistein heißblütig italienisch: Die drei 1859 komponierten Stücke mit dem verheißungsvollen Titel „Venezia e Napoli“ erklangen dynamisch austariert, zeitweise mit grollendem Donnerhall, aber stets mit viel technischem Feingefühl. Mirjana Rajić bezauberte mit bestechend scharfen Anschlag und virtuosem Elan, insbesondere in der feurigen Tarantella, ihre begeisterte Zuhörer, die als Dank noch drei Zugaben erhielten.“

Ostholsteiner Zeitung,27.10.2010